



Neukirch an der Thur, das trotz seines Namens gar nicht an die Thur anstösst, trägt den Namen «Neukirch» seit dem 14. März 1555, als es eine eigene Kirche erhielt respektive als eigene Kirchgemeinde erklärt wurde. Vorher hiess das Dorf «Selyswyl». Im Jahr 1291 wird das Dorf erstmals unter dem Namen «Eliswile» erwähnt. Das bedeutet: Weiler des Eli. Dieser Name deutet darauf hin, dass der Ursprung in die Zeit der Alemannen zurückgeht, die Anfang des 5. Jahrhunderts unsere Gebiete bevölkerten. Neukirch bildete zusammen mit Schönenberg, Halden, Schweizersholz, Aspenreuti, Olmerswil, Kenzenau, einer Anzahl Einzelhöfen sowie mit Kradolf seit dem Mittelalter das «Schönenberger Amt», das vom bischöflichen Obervogt in Bischofszell verwaltet wurde. In Neukirch lag früher der grosse idyllische Hörmooserweiher. Während dem zweiten Weltkrieg fiel dieser Weiher aber der Anbauschlacht „zum Opfer“ und wurde für die Produktion von Nahrungsmitteln trockengelegt. Ende der 90-er Jahre wurde der unterste Weiher nahe der Säge im Mühletobel wieder erstellt und dient jetzt wieder als Wasserspeicher für die restaurierte Säge. Neukirch wurde in der Schweiz vor allem durch das 1924 Katharina Blumer (“Didi”) aufgebaute und 30 Jahre geleitete Volksbildungsheim (das “Heim”) bekannt. 1954 wurde der Verein Volksbildungsheim Neukirch an der Thur gegründet, um ihre Arbeit mit Tagungen, Kursen und Ferienwochen weiterzuführen, wozu später auch die Integration von Arbeitslosen gehörte. 2007 wurde wegen mangelnder Nachfrage für klassische Erwachsenenbildung das Haus verkauft und der Verein aufgelöst.
Wahrzeichen des Dorfes sind die verschiedenen Riegelhäuser, das Mühletobel mit der von Wasserkraft getriebenen, restaurierten Säge, die evangelische Kirche sowie das ehemalige «Heim Neukirch», welches heute als Wohnraum genutzt wird und gelegentlich Durchführungsort von kulturellen Veranstaltungen ist.
Neukirch an der Thur ist eine lebendige Ortschaft, die ihren ländlichen Charakter trotz Neubauten erhalten hat. Nur etwa ein Drittel aller Einwohner wohnen im eigentlichen Dorf. Die übrigen verteilen sich auf insgesamt 15 Weiler und Einzelhöfe. Neukirch verfügt über diverse kleinere Gewerbebetriebe aber keine grossen Firmen.
Die Landi betreibt einen Laden für Lebensmittel, Getränke und Gebrauchsartikel. Postdienstleistungen werden von der Postagentur Landi angeboten – alles unter einem Dach. Zusammen mit dem Restaurant «Sonne» und der Primarschule mit Turnhalle verfügt Neukirch über ein attraktives Dorfzentrum. Dank den Neubauten der letzten Jahre hat die Bevölkerungszahl zugelegt und heute leben 479 Menschen in Neukirch an der Thur.