Zeller wie der Appen­zeller: Mit ein­er Rössli­fahrt in den Ruh­e­s­tand nach 43 Jahren bei Kauf­mann Ober­holz­er
Ein Abschied auf ver­traut­en Wegen: Leon­hard Zeller, seit 43 Jahren bei Kauf­mann Ober­holz­er, geht in Pen­sion. Zum Dank für seine aussergewöhn­liche Kar­riere organ­isierte das Team eine Rössli­fahrt. Ein emo­tionaler Höhep­unkt für einen Mann, der den Wan­del des Holzbaus miter­lebt und mit­gestal­tet hat. Im Inter­view gab Leon­hard Zeller Ein­blick in die ver­gan­genen 43 Jahre.

Vom Zim­mer­mann zum Verkäufer
Leon­hard Zeller begann seine Kar­riere mit ein­er Zim­mer­mann-Lehre, absolvierte die Weit­er­bil­dung zum Zim­mer-Poli­er und begann am 1. Novem­ber 1982 als Abteilungsleit­er Zim­merei bei Ober­holz­er zu arbeit­en. «Ich wusste nicht ein­mal, was ein Kubik­me­ter Holz kostet. Mein Chef liess mich ein­fach machen. Das war ein riesiger Lern­prozess und eine geniale Erfahrung», erin­nert er sich. Später über­nahm Otto Schön­holz­er die Zim­merei, Leon­hard Zeller den Verkauf. «Der beste Entscheid in allen Jahren», sagt er.

Meilen­steine und Erin­nerun­gen
Die Entwick­lung des Holzbaus in dieser Zeit ist enorm: «Früher haben wir Dachkon­struk­tio­nen mit Hand­maschi­nen zugeschnit­ten. Heute arbeit­en wir in geschlosse­nen Hallen mit hoch­präzisen Maschi­nen. Das sind Wel­ten.» Auch die Büroar­beit hat sich kom­plett verän­dert. Vom Taschen­rech­n­er und handgeschriebe­nen Offer­ten bis zu den heuti­gen dig­i­tal­en Lösun­gen hat er alles miter­lebt.

Neben der tech­nis­chen Entwick­lung trug Leon­hard Zeller grosse Ver­ant­wor­tung: Er kalkulierte Pro­jek­te, die über den Weit­erbe­stand der Fir­ma entsch­ieden. «Bei ein­er Grossüber­bau­ung in Zürich dachte ich auf dem Heimweg: Wenn ich falsch kalkuliert habe, gibt es die Fir­ma nicht mehr. Ich hat­te riesi­gen Bam­mel. Zum Glück wurde es ein voller Erfolg und wir entwick­el­ten Details, die später wieder ver­wen­det wur­den.»

Auch beson­dere Momente mit dem Team haben die Kar­riere von Leon­hard Zeller mass­ge­blich geprägt. «Die jährlichen Skitage waren genial. Auch Betrieb­saus­flüge nach St. Johann oder ins Ziller­tal bleiben unvergessen. Früher sass man nach Feier­abend noch lange zusam­men in der Beiz. Oft ent­standen dabei Gespräche, die heute in Sitzun­gen und Mitar­beit­erge­sprächen stat­tfind­en. Das war eine schöne Zeit.»

Erfolge und Werte
Viele grosse Pro­jek­te tra­gen seine Hand­schrift, darunter eine Grossüber­bau­ung in Zürich, die ihm schlaflose Nächte bere­it­ete und später zum Erfolg wurde. «Unser grösster Erfolg ist aber, dass wir gesund geblieben sind und nie einen schw­eren Unfall hat­ten.»

Blick nach vorne
Leon­hard Zeller wün­scht seinen Arbeit­skol­le­gen für die Zukun­ft viel Erfolg, dass der beste­hende Geist weit­er­lebt, die Kam­er­ad­schaft gepflegt, Ziele gemein­sam erre­icht, Stärken genutzt und Schwächen gemein­sam aus­ge­merzt wer­den. Für sich selb­st wün­scht er sich mehr Zeit für die Musik, Sport, Velo­touren und Zeit mit der Fam­i­lie. Und vielle­icht ergibt sich irgend­wann eine neue Her­aus­forderung. Fürs Erste aber freut er sich auf die ruhigeren Zeit­en.