Die evangelische Kirche in Kradolf war am Sonntagabend (03.11.2024) besetzt bis auf den letzten, noch zusätzlich hingestellten Stuhl.
Und als die Jugendmusik AachThurLand und der Musikverein Kradolf-Schönenberg gemeinsam auf der Bühne Platz nahmen, füllten über 300 Personen den Saal. So eindrücklich die Kulisse, so eindrücklich auch das Gebotene.
Beschwingt startete die Jugendmusik AachThurLand unter der Leitung von Silvan Tschopp in den Konzertreigen. Mit seinem Orchester zeigte der Dirigent, was der musikalische Nachwuchs der Musikvereine aus Kradolf-Schönenberg, Bischofszell und Sulgen sowie der FEG Brass Band zu leisten fähig ist. Mit dem Stück «Legends of Pirates Cove» verschmolzen Jung und Alt nach den drei Stücken der Jugendmusik dann auf der Bühne zu einem grossen Orchester, bevor im nachfolgenden Konzertteil dann allein der Musikverein Kradolf-Schönenberg das Zepter übernahm.
Erstmals an einem Konzert in der Kirche wurde das knapp 40-köpfige Orchester von Valeriya Bernikova geleitet. Die neue Dirigentin des MVKS sagte nach ihrer Premiere: «Ich war schon ziemlich aufgeregt. Das Stück «Ahab» ist das schwierigste, welches ich je dirigiert habe an einem Konzert. Aber ich mag solche konzertante Literatur, da kann ich mich als Dirigentin auszeichnen.»
Im Hauptwerk des Abends kommen nicht nur Dirigentin, Musikantinnen und Musikanten an ihre Grenzen, auch Pfarrer Frank Sachweh. Er übernahm die Rolle des Sprechers und hauchte, rief, ja schrie zwischenzeitlich dem legendären Kapitän Ahab Leben ein. Eindrücklich für alle im Saal entführten der MVKS seine Gäste auf eine wilde Fahrt auf einem Segelschiff im rauen Ozean, Kapitän Ahab am Steuerruder und wild entschlossen, den weissen Wal Moby Dick endlich zu erlegen und sich so an ihm zu rächen.
Mit langanhaltendem Applaus verdankte das Publikum danach die aussergewöhnliche und wuchtige Show, die fast 25 Minuten gedauert hat. Dirigentin Valeriya Bernikova war sehr zufrieden mit dem Gezeigten nach dem Konzert. «Es war eine grosse Challenge, aber ganz toll. Die Zusammenarbeit mit Frank hat sehr gut geklappt, wir konnten aufeinander eingehen und das Orchester hat eine super Leistung geboten», sagt sie. Auch die weiteren Stücke, welche sich an diesem Abend alle um Helden und Abenteuer drehten, gelangen dem MVKS. «Meine Leute waren Präsent, die Solisten stark. Ein voller Saal motiviert einfach ganz besonders, da will man liefern. Mir gibt das einen guten Adrenalinkick», sagt Bernikova.
Mit der Zugabe «Call of Heroes», dirigiert von Vizedirigent Roger Brumana, endete am frühen Sonntagabend ein eindrückliches Konzert und die Gäste liessen die musikalischen Reigen bei einem Glas Wein und angeregten Gesprächen ausklingen. Nun geht es für die Musikantinnen und Musikanten in den Proben bald bedächtiger zu, wenn sie sich auf die «Weihnachtsmusik in den Dörfern» vom 21. Dezember 2024 vorbereiten.
Musikverein Kradolf-Schönenberg, M. Testa


